[Rezension] „Abgesang“ von Anna Hope

© 2014 Kindler

© 2014 Kindler

Titel: Abgesang

Originaltitel: Wake

Autor: Anna Hope

ISBN: 978-3-463-40322-9

Verlag: Kindler

Erscheinungsdatum: 07.03.2014

Seiten: 416

 

Zwei Jahre nach Kriegsende im Herbst 1920, werden die Überreste eines unbekannten Soldaten nach England überführt, wo er feierlich bestattet werden sollen – stellvertretend für alle unbekannt Gefallenen. In den fünf Tagen der Überführung versuchen drei Frauen mit ihrer Trauer und ihrem Verlust fertigzuwerden. Hettie ist 19 und arbeitet als Tänzerin im Hammersmith Palais. Als sie einen reichen Mann kennenlernt, hofft sie dem tristen Leben mit ihrer verwitweten Mutter und ihrem vom Krieg traumatisierten Bruder zu entfliehen. Die fast 30-jährige Lady Evelyn hat den Tod ihres Geliebten nie überwunden und erträgt seitdem stoisch ihre Arbeit in der Behörde, die den Kriegsversehrten ihre Renten zuteilt. Adas 18-jähriger Sohn ist im 1. Weltkrieg gefallen. Da sie die Umstände seines Todes nie in Erfahrung bringen konnte, klammert sie sich weiterhin an die Hoffnung, er sei noch am Leben. Damit gefährdet sie jedoch ihre Ehe. Ohne dass sie es wissen, verbindet ein Geheimnis das Schicksal der drei Frauen und erschwert ihnen das Weiterleben. Eine von ihnen versucht das Geheimnis zu lüften und folgt seiner Spur zurück in den Krieg zu einem schrecklichen Ereignis.

Anna Hope hat die Atmosphäre im London der Nachkriegszeit wirklich wunderbar eingefangen und dargestellt. Es schwebt eine Melancholie über der Erzählung, die erst zum Schluß trotz aller Traurigkeit ein wenig der Hoffnung weicht. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut und durch die verschiedenen Erzählstränge wurde es nie langweilig, denn ich wollte immerzu wissen wie es mit den anderen Frauen weitergeht. Ganz zu Anfang habe ich – leider vergeblich – versucht die Verbindung zwischen ihnen herzustellen. In der Mitte es Buchs flacht die Erzählung zwar etwas ab, aber sie gewinnt dann auch schnell wieder an Fahrt. Verschiedene Rückblicke gewähren einen Einblick in die Leben der Protagonisten vor und während des Krieges.

Besonders interessant war für mich die Schilderung des Tages, an dem die öffentliche Beisetzung des unbekannten Soldaten stattgefunden hat. Auch heute noch wird der Remembrance Day in England begangen und man sieht im November an jedem Revers die Remembrance Day Poppy. Nach der Lektüre dieses Buchs hat dieser Tag eine neue Bedeutung für mich gewonnen.

Abgesang ist ein bewegender Roman, der die Schrecken des Krieges und die langanhaltende Wirkung auf sehr menschliche Weise verdeutlicht. Ein gelungenes Debüt!

 

Meine Bewertung:

4 Palmen

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